Was tun gegen Schwindelgefühl? Hausmittel und erste Hilfe bei Schwindel

13.09.2026

Ein Schwindelgefühl kann plötzlich auftreten und sehr unangenehm oder beunruhigend sein. Manche Betroffene beschreiben ein Drehen der Umgebung, andere eher ein Schwanken, eine Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen.

Oft stellt sich dann zunächst die Frage: Was kann ich selbst gegen das Schwindelgefühl tun und wann muss ich ärztliche Hilfe suchen?

Schwindel kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb gibt es nicht das eine Hausmittel gegen Schwindel. Einige einfache Maßnahmen können jedoch helfen, die Situation zunächst zu stabilisieren.

Plötzlicher Schwindel – wann ist es ein Notfall?

Neu und plötzlich auftretender starker Schwindel sollte ernst genommen werden. Besonders wichtig sind mögliche Begleitsymptome.

Treten zusammen mit dem Schwindel Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Doppelbilder oder andere neue Sehstörungen, Bewusstseinsstörungen, eine ausgeprägte Gang- oder Standunfähigkeit oder plötzlich ungewöhnlich starke Kopfschmerzen auf, sollte umgehend eine medizinische Notfallabklärung erfolgen.

Auch ein plötzlich auftretender Schwindel mit neuer Hörminderung sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Bestehen solche Warnzeichen nicht, können bei einem vorübergehenden Schwindelgefühl zunächst einige einfache Maßnahmen helfen.

Was tun bei akutem Schwindel?

Wenn Schwindel auftritt, sollte zunächst darauf geachtet werden, einen Sturz zu vermeiden. Setzen oder legen Sie sich hin und warten Sie, bis das stärkste Schwindelgefühl nachgelassen hat.

Folgende Maßnahmen können zunächst hilfreich sein:

Langsam bewegen: Vermeiden Sie schnelles Aufstehen und abrupte Bewegungen. Besonders beim Wechsel vom Liegen zum Sitzen und anschließend zum Stehen sollte man sich Zeit lassen.

Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel kann Schwindel begünstigen. Ein Glas Wasser kann daher eine sinnvolle erste Maßnahme sein – insbesondere an warmen Tagen oder wenn zuvor wenig getrunken wurde.

Regelmäßig essen: Auch längere Essenspausen können bei manchen Menschen mit Schwäche und Schwindelgefühl einhergehen.

Einen festen Punkt ansehen: Bei einem akuten Schwindelgefühl kann es helfen, einen unbeweglichen Gegenstand im Raum mit den Augen zu fixieren.

Für Halt sorgen: Bei Gangunsicherheit sollte man nicht ohne Unterstützung Treppen steigen oder sich in Situationen begeben, in denen ein Sturz gefährlich werden könnte.

Was tun gegen Schwindelgefühl – welche Hausmittel helfen?

Im Internet werden zahlreiche Hausmittel gegen Schwindel empfohlen. Entscheidend ist jedoch: Ein Hausmittel kann eine zugrunde liegende Erkrankung nicht behandeln.

Ausreichendes Trinken, regelmäßige Mahlzeiten, frische Luft und langsames Aufstehen können bei bestimmten Situationen hilfreich sein. Ob diese Maßnahmen tatsächlich helfen, hängt jedoch von der Ursache des Schwindels ab.

Tritt das Schwindelgefühl wiederholt auf oder hält es länger an, sollte daher nicht dauerhaft versucht werden, die Beschwerden ausschließlich mit Hausmitteln zu behandeln.

Denn hinter Schwindel können sehr unterschiedliche Ursachen stecken – beispielsweise Kreislaufprobleme, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans, ein Lagerungsschwindel oder andere Erkrankungen.

Schwindel beim Aufstehen

Tritt das Schwindelgefühl hauptsächlich beim schnellen Aufstehen aus dem Bett oder von einem Stuhl auf, kann der Kreislauf eine Rolle spielen.

Hier kann es helfen, zunächst langsam aufzusetzen, einen Moment sitzen zu bleiben und erst anschließend aufzustehen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig.

Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Drehschwindel beim Umdrehen im Bett

Eine andere Situation ist ein kurzer, heftiger Drehschwindel, der beispielsweise beim Umdrehen im Bett, beim Hinlegen, Aufrichten oder beim Blick nach oben ausgelöst wird.

Eine mögliche Ursache kann ein gutartiger Lagerungsschwindel sein. Dieser lässt sich durch spezielle Lagerungsuntersuchungen feststellen und anschließend mit gezielten Lagerungsmanövern behandeln.

Wichtig ist jedoch: Nicht jeder bewegungsabhängige Schwindel ist automatisch ein Lagerungsschwindel. Deshalb sollten Lagerungsmanöver nicht wahllos durchgeführt werden, solange die Ursache der Beschwerden unklar ist.

Bei längerem Schwindel kann Bewegung wichtig sein

Aus Angst vor erneutem Schwindel versuchen manche Betroffene, Kopfbewegungen und körperliche Aktivität möglichst vollständig zu vermeiden.

Bei bestimmten Erkrankungen des Gleichgewichtssystems kann jedoch gerade ein gezieltes vestibuläres Training sinnvoll sein. Dabei werden beispielsweise Gleichgewicht, Blickstabilisierung und Bewegungsabläufe trainiert, damit das Gleichgewichtssystem lernt, Störungen besser auszugleichen.

Welche Übungen geeignet sind und wie häufig sie durchgeführt werden sollten, hängt von der Ursache des Schwindels ab.

Wann sollte Schwindel HNO-ärztlich untersucht werden?

Eine HNO-ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn Schwindel wiederholt auftritt, länger anhält oder mit weiteren Beschwerden verbunden ist.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Hörminderung
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Druckgefühl im Ohr
  • wiederkehrender Drehschwindel
  • Schwindel bei bestimmten Kopfbewegungen
  • Schwankgefühl oder Gangunsicherheit

Das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr. Je nach Art der Beschwerden können deshalb unterschiedliche Untersuchungen des Hör- und Gleichgewichtssystems sinnvoll sein.

In unserer HNO-Praxis in Ludwigshafen-Oppau beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit der Diagnostik von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Entscheidend ist dabei zunächst herauszufinden, welche Form des Schwindels vorliegt und ob das Gleichgewichtssystem beziehungsweise das Innenohr an den Beschwerden beteiligt ist.

Fazit: Was hilft gegen Schwindelgefühl?

Bei leichtem, vorübergehendem Schwindel können einfache Maßnahmen wie Hinsetzen oder Hinlegen, langsames Aufstehen, ausreichendes Trinken und regelmäßiges Essen zunächst helfen.

Bei neu aufgetretenem starkem Schwindel sollte jedoch immer auf mögliche Warnzeichen geachtet werden.

Wiederkehrender oder länger anhaltender Schwindel sollte nicht ausschließlich mit Hausmitteln behandelt werden. Entscheidend ist, die Ursache der Beschwerden zu erkennen. Besonders wenn zusätzlich Hörminderung, Tinnitus, Ohrdruck oder Gleichgewichtsstörungen auftreten, kann eine Untersuchung des Hör- und Gleichgewichtssystems sinnvoll sein.

HNO-Praxis Halabi – Ludwigshafen-Oppau
Schwerpunkt Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

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