Druck auf den Ohren – was tun?
30.08.2026Ein Druckgefühl auf den Ohren kennen viele Menschen. Die Ohren fühlen sich „zu“ oder dumpf an, das Hören kann verändert sein oder es besteht das Gefühl, ständig einen Druckausgleich machen zu müssen.
Ohrdruck kann vorübergehend und harmlos sein. Hält er jedoch an, tritt immer wieder auf oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache HNO-ärztlich abgeklärt werden.
Woher kommt der Druck auf den Ohren?
Eine häufige Ursache ist eine Störung der Belüftung des Mittelohres. Die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) verbindet das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum und sorgt normalerweise für einen ausgeglichenen Druck.
Bei einem Schnupfen oder Infekt können die Schleimhäute anschwellen und die Belüftung des Mittelohres beeinträchtigen. Auch Allergien können durch geschwollene Schleimhäute ein Druckgefühl auf den Ohren verursachen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Ohrenschmalz im Gehörgang
- Flüssigkeit hinter dem Trommelfell
- Mittelohrentzündungen
- Belüftungsstörungen des Mittelohres
- Druckveränderungen beim Fliegen oder Tauchen
- Erkrankungen des Innenohres
- Kiefergelenk- oder muskuläre Beschwerden
Nicht immer liegt die Ursache des Druckgefühls also tatsächlich im Mittelohr.
Was kann man bei Druck auf den Ohren selbst tun?
Bei einem leichten Druckgefühl ohne akuten Infekt können Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen den natürlichen Druckausgleich unterstützen.
Bei einem akuten Schnupfen oder Infekt sollte hingegen kein kräftiger Druckausgleich erzwungen werden. Durch starkes Pressen können Sekret und Krankheitserreger aus dem Nasen-Rachen-Raum in Richtung Mittelohr gelangen.
Auch Wattestäbchen oder andere Gegenstände sollten nicht in den Gehörgang eingeführt werden. Besteht das Druckgefühl weiter, sollte zunächst geklärt werden, welche Ursache dahintersteckt.
Wann sollte man mit Ohrdruck zum HNO-Arzt?
Eine HNO-ärztliche Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn der Druck auf den Ohren:
- über längere Zeit bestehen bleibt
- immer wieder auftritt
- nur auf einer Seite besteht
- mit einer Hörminderung verbunden ist
- gemeinsam mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) auftritt
- von Ohrenschmerzen begleitet wird
- zusammen mit Schwindel auftritt
Besonders wichtig: Tritt ein Druckgefühl plötzlich auf und ist gleichzeitig das Hörvermögen verändert, sollte dies zeitnah HNO-ärztlich abgeklärt werden. Hinter einem vermeintlich „verstopften Ohr“ kann auch eine akute Hörstörung stecken.
Wie wird Ohrdruck beim HNO-Arzt untersucht?
Zunächst werden Gehörgang und Trommelfell untersucht. Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise eine Hörprüfung oder eine Messung der Mittelohrfunktion.
So lässt sich unterscheiden, ob beispielsweise eine Belüftungsstörung, Flüssigkeit im Mittelohr, Ohrenschmalz oder eine andere Ursache für das Druckgefühl verantwortlich ist.
Druck auf den Ohren? Die Ursache ist entscheidend
Ohrdruck ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen möglichen Ursachen. Deshalb sollte insbesondere bei länger anhaltenden, wiederkehrenden oder plötzlich auftretenden Beschwerden nicht einfach nur versucht werden, den Druck „wegzubekommen“.
In unserer HNO-Praxis in Ludwigshafen-Oppau können wir die Ursache des Ohrdrucks gezielt untersuchen und anschließend mit Ihnen besprechen, welche Behandlung sinnvoll ist.